Seelenfutter

So gehst du mit negativen Schwingungen um

31. August 2015
Madhavi Guemoes

Manchmal sind es winzige Situationen, die einen aus der Mitte reißen. Da braucht nur einer komisch zu gucken, etwas Blödes zu sagen, schon lässt man den Kopf hängen und der ganze Tag ist im Eimer. Neulich schrieb mir eine Yogalehrerin, dass sie genau damit ein Problem hat. Und ob ich nicht mal etwas dazu bringen könnte.

Viele Jahre habe ich als Yogalehrerin genau damit gehadert.  Es gab Situationen, da  hatte ich 30 Schüler in der Yogaklasse, alle recht aufgeweckt und besonnen, aber eine Person, der ich ganz besonders meine Aufmerksamkeit schenkte. Nämlich der, die ich nicht so richtig mit meinem Unterricht abholen konnte. Sie saß da, die Mundwinkel tief unter den Bauchnabel geklemmt,  offensichtlich gelangweilt. Ich ärgerte mich, weil sie den ganzen Unterricht mit ihrer Laune verpestete. Dachte ich. Denn in Wirklichkeit sah es ganz anders aus. Es störte mich. Ich dachte, es liegt an mir. 

Es ist ein fataler Fehler, alles auf sich zu beziehen. Menschen sind so mit sich selbst und dem trüben Alltag beschäftigt, in ihrer eigenen Welt vergraben. Die merken doch gar nicht, was sich in ihrer Aura so abspielt. Eine Freundin, die mault? Ein Schüler, dessen Laune sich nicht heben lässt? Kein Problem!

Ich habe mittlerweile gelernt, das liebevoll zu ignorieren, solche Leute links liegen zu lassen.  Warum? Weil es mich zu viel Lebensenergie kostet!

Es ist verschwendete Zeit, ständig darüber nachzudenken, warum es der Person so geht, oder was man falsch gemacht haben könnte. Wenn jemand wirklich ein Problem hat, wird er schon kommen und es mir erzählen. Und wenn nicht, halb so wild.

Wir können nicht erwarten, dass die Menschen um uns herum ständig ein Feuerwerk guter Laune versprühen, sie sind ja keine Roboter. Aber wir können lernen, damit umzugehen.

Hier sind meine drei Tipps:

Bleibe bei dir

Negative Leute ziehen magisch an. Aber nur kurzfristig. Man möchte sie grundsätzlich verändern und gibt ihnen zu viel Gewicht.  Manche kosten das regelrecht aus, das ist ihre Art, Aufmerksamkeit zu erhaschen. Konzentriere dich mehr auf dich. Lass dich nicht beeinflussen. Grenze dich innerlich und äußerlich ab, das geht wunderbar, wenn du dich auf deinen Atem fokussierst und die Person links liegen lässt.

Schaffe Klarheit

Wenn du Freunde hast, die ständig schlecht drauf sind, dich runterziehen, solltest du vielleicht darüber nachdenken, welche Energie-Fresser du in deinem Leben wirklich haben möchtest, und den Rest in Liebe, das geht wirklich, ziehen lassen.

Bleibe aufrecht

Nimm dich nicht zurück, im Gegenteil. Das ist ein Fehler, den man oft macht, wenn man auf Menschen trifft, die negative Schwingungen verbreiten. Man macht sich klein, erzählt plötzlich auch von Leid und Missmut. Bleibe in deinem Energiefeld, in deiner Kraft, dann kann nichts schiefgehen. 

 

P.S. Gerade bei Yogaschülern, die schlecht gelaunt wirken, ist es oft gar nicht der Fall. Meist sind sie nur konzentriert. 

© Maria Schiffer

  • Kathrin
    31. August 2015 at 15:37

    Wie wahr, wie wahr! Ich hadere da gerne mit; es ist mitunter schon eine Abhängigkeit, in die wir uns begeben. Und auch schon mal ein Kraftaufwand bei sich zu bleiben. Neulich habe ich tatsächlich zu Kopfhörern (ja, die grossen…) gegriffen im Büro, da ich keinen anderen Ausweg gefunden habe, mich von der negativen Energie meines Gegenüber abzugrenzen 😉

  • Catalina
    31. August 2015 at 17:26

    Ach, schön, danke!
    Das erging mir gerade letzte Woche so. Am Ende gibt’s immer eine Runde Yoga Nidra und bisher lag auch der verspannteste Teilnehmer spätestens dann breiartig auf der Matte. Bis auf einen kopfschüttelnden Zappelphilipp, der auf mich den Eindruck machte, als könne er das Ende gar nicht abwarten und springe gleich auf und davon!
    Am Ende der Stunde bedankte er sich ganz lieb und bedauerte, dass er am Schluss ausgerechnet mit seinem gehörgeschädigten rechten Ohr zu mir lag….UPS!!!

  • Madhavi Guemoes
    31. August 2015 at 17:57

    Oha, ja, man weiß nie, was in den Schülern vorgeht 😉

  • Madhavi Guemoes
    31. August 2015 at 17:58

    Ich finde Kopfhörer auch immer genial, vor allem, wenn man in geschlossenen Räumen sitzt und nicht einfach so fliehen kann 🙂

  • Line
    31. August 2015 at 18:00

    Ach ja, ein großer Seufzer meinerseits. Ich habe leider genau so ein ewig jammerndes und nörgelndes Exemplar gegenüber mit persönlichen Angriffen auf meine Arbeitsweise und Bevormundungen. Es gab schon etliche Gespräche. Mein Statement dazu: Stopp, so bitte nicht! Ihr Statement: Du weißt doch, dass ich so bin, ich kann mich nicht mehr ändern…..Ich bleib bei mir, grenze mich ab und mache meine Arbeit, Privates tausche ich mit der besagten Kollegin nicht mehr aus. Es interessiert mich auch gar nicht. Für mich ist es ok, jedoch ist die Energie im Zimmer entsprechend vergiftet und ich weiß, dass die Kollegin leidet, kann und mag es nicht ändern – ist nicht meine Aufgabe. Ich würde sehr gern diese kraftzerrende Kollegin weiterziehen lassen – dazu müsste ich den Job wechseln….

  • Madhavi Guemoes
    31. August 2015 at 18:02

    Ach herrje, ich kann mir vorstellen, dass das sehr kräftezehrend ist. Kannst Du nicht Deinen Platz mir jemanden in der Firma tauschen?

  • Line
    1. September 2015 at 10:28

    Liebe Madhavi,
    leider kann ich das Dezernat in meiner Firma nicht wechseln. Und aufgrund von Platzmangel auch nicht das Zimmer tauschen – und es will leider auch keiner freiwillig mit dieser Kollegin im Zimmer sitzen :(((. Danke dir für deinen Artikel und diesen wunderbaren Blog. VlG Line

  • Stine
    3. September 2015 at 6:13

    Hehe, meist kommen hinterher genau die Schüler, von denen ich dachte, sie sind absolut nicht bei der Sache zu mir. Um sich für die schöne Stunde zu bedanken, es war sooo toll.
    Let go of worrying 🙂

  • Jul
    3. September 2015 at 15:54

    Genau das gleiche, habe ich auch letztens erlebt. Gerade die Schüler, von denen ich dachte, sie haben keinen Bock und langweilen sich zu Tode, gerade diese kommen jede Woche wieder :). Man blickt halt auch immer wieder durch sein eigenes Brillenglas;)))! Dein Typ dieser Person nicht zuviel Aufmerksamkeit zu schenken, werde ich mir zu Herzen nehmen, da ich auch eher ein „harmonie-süchtiger“ Mensch bin ;)!! Danke für deine tollen, ehrlichen Beiträge!

  • Ayurveda
    4. September 2015 at 11:00

    Vielen Dank für den tollen Artikel ! Wenn ich in meiner Praxis behandel, versuche ich immer auf die Stimmung und das was da ist ein zu gehen. Und nicht stur einen Therapieplan oder einem Konzept zu folgen. Auch bei den Workshops habe ich festgestellt kann ich nicht eine Konzept für jeden Workshop stimmig sein. Auch hier möchte ich flexible sein und auf die äußer Umstände und Gruppenenergien eingehen. Trotzdem muss es nicht jedem gefallen und man kann auch nicht jeden da abholen, wo er geraden steht. Hey,das ist auch völlig ok, sagt mein Kopf, mein Herz sagt manchmal leider noch was anders. 😉 Danke, dass du es in deinem Artikel
    so klar auf den Punkt gebracht hast. Für meinen nächsten Workshop werde ich mir deine Tipps im Hinterkopf behalten !!!

  • nadine
    5. September 2015 at 21:35

    Hello. Ich bin so jemand… wenn ich arg entspannt bin oder in Gedanken versunken – dann habe ich einen Gesichtsausdruck, der wohl sehr gelangweilt ausschaut. Mir wurde das schon öfters mitgeteilt…. ich neige dann manchmal dazu mich zu rechtfertigen. Aber das finde ich eigentlich auch doof. Am besten wäre nicht vom äußeren auf das innere zu schließen, aber das ist ja auch nicht so leicht. LG Nadine

  • healingyoga
    7. September 2015 at 8:05

    Jaaa, genau so ist es!! Bei sich zu bleiben ist der Schlüssel, manchmal klappt, manchmal weniger. Danke für die Erinnerung!! 🙂

  • Madhavi Guemoes
    7. September 2015 at 21:55

    🙂

  • Maria
    21. Dezember 2015 at 15:16

    Ganz wundervolle Worte. Genau in diesem Moment erhalten sie schon Anwendung. Das habe ich jetzt gebraucht. Danke dafür!