Meditation Unkategorisiert

Meditation für Zweifler – Warum Meditation so wichtig ist

16. Oktober 2014
Meditation

Es gibt ja noch immer eine Menge Menschen, die glauben, dass Leute, die meditieren, unmittelbar irgendwelchen obskuren Gurus folgen, ständig Räucherstäbchen abfackeln und den ganzen Tag selig irgendwelche heilbringenden Mantren trällern. Es herrscht Berührungsangst.

Hier muss ich kurz einschreiten und sagen: Nein, so ist das nicht. Zumindest gibt es auch eine andere Seite. Menschen, die im Leben stehen, genau wissen, was sie möchten und durch Meditation gelernt haben, zu sich zu kommen und nach innen zu lauschen. Meditation soll übrigens ganz viel Gutes bringen. Aus eigener Erfahrung, und ich darf hier mit einer 26-jährigen Meditations-Praxis protzen, kann ich sagen, Meditation ist wichtiger denn je.

In einer Zeit, in der alles so furchtbar unruhig ist, Chaos und Terror tobt, brauchen wir die Verankerung nach innen. Wie soll man denn bitte heutzutage noch wissen, wer man überhaupt ist? Wie viele Leben besitzen wir? Twitter, Instagram, Facebook, habe ich etwas vergessen? Meditation führt dazu, dass wir mehr Gelassenheit entwickeln, ach ja, und Gleichmut – von schönen, strahlenden Augen ganz zu schweigen. Man muss sich ja nicht gleich nach Erleuchtung sehnen. Wer sich nicht verlieren möchte, meditiert. Punkt. Natürlich gibt noch eine Menge anderer Gründe, die für eine Meditations-Praxis sprechen.

Skeptiker oder Angsthasen, die Meditation für einen unnützen, überflüssigen Zeitvertreib halten, sollten bitte hier jetzt ganz gescheit weiterlesen:

1. Keine Zeit zu meditieren?

Pah, das ist so eine blasse Ausrede. Mir egal, wie viele Kinder, Männer, Frauen oder Jobs ihr habt. Fünf Minuten Zeit hat jeder. Wir verlangen nicht gleich das Nirwana, zuerst üben wir hübsch das Stillsitzen mit geschlossenen Augen (und entspannter Stirn!) und die Bauchatmung. Das für nur läppische fünf Minuten. Viel mehr müsst ihr gar nicht tun. Die beste Zeit zu meditieren ist frühmorgens, wenn die Welt noch in Ordnung ist, oder abends, wenn alle zur Ruhe kommen. Aber ihr könnt natürlich meditieren, wann immer ihr wollt. Hauptsache ist doch, dass wir beginnen. Schon nach fünf Tagen werdet ihr einen wirklichen Unterschied bemerken. Versprochen.

2. Kopf im Weg?

„Ich kann nicht meditieren, mein Kopf ist viel zu beschäftigt.“ Tut mir leid, das sagen zu müssen: Das ist völlig normal. Wir haben alle ein vollgestopftes, hysterisches Leben. Gerade dann sollten wir uns hinsetzen, eine Auszeit nehmen, atmen, anstatt Fingernägel zu kauen und shoppen zu gehen. Unser Geist möchte gar nicht zur Ruhe kommen. Aber wenn wir immer so weiter rennen, uns stressen, wird unser Organismus irgendwann rebellieren. Vielleicht nicht heute oder morgen, doch die Quittung kommt ganz bestimmt. In der Meditation geht es darum, Raum zwischen den wirren Gedanken zu kreieren und elendigen Stress zu reduzieren.

3. Meditation nur für Softies?

Keineswegs! Menschen, die meditieren sind fokussierter, einfühlsamer (nun ja, vielleicht nicht alle) hören besser zu und finden viel einfacher ihre eigene Stimme. Meditation stärkt die Willenskraft, schafft Selbstbewusstsein und schafft Klarheit. Und ein bisschen Weichheit tut uns allen – in dieser manchmal recht harten und kalten Welt – sicher ganz gut.

Meditieren können wir übrigens überall. Im Bus, während die anderen einen ständig anrempeln und übel riechen, während wir Wurzeln schälen, beim Zähneputzen oder beim Gespräch mit dem unverschämten Kunden. Wie? Den Fokus auf den Atem lenken und durch ihn die Gedanken wie kleine lustige Wolken vorbeiziehen lassen. Wie gesagt, Ausreden zählen nicht, fangt einfach an. Es tut so gut.

Und wer es ganz wild möchte, nennt seine Arbeit ab heute Work-Meditation. Neue Einstellung, neues Glück! Cheers.

Eure Madhavi

Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 28 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
Madhavi Guemoes on EmailMadhavi Guemoes on FacebookMadhavi Guemoes on InstagramMadhavi Guemoes on PinterestMadhavi Guemoes on Twitter
  • Britt
    17. Oktober 2014 at 9:36

    Toller Artikel, frech und leicht formuliert, herzlichen Dank, Madhavi! 😉

  • Maite
    17. Oktober 2014 at 10:30

    Wunderbarer Artikel, es ist immer schön wenn man mal wieder zurück geholt wird. Was sind schon 5 Minuten, meine Gesichtsmaske zieht länger ein – hat aber nicht den ‚ Strahle Augen Effekt ‚ ! Also Meditation ist Wellness pur.

  • Astrid
    17. Oktober 2014 at 11:08

    <3 <3 <3 "Keine Zeit" ist das "Der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen" der Erwachsenen 😉

  • Sandra
    17. Oktober 2014 at 12:29

    Huhu!
    Danke, dass du das nochmal ansprichst, ich habe da nämlich leider noch so meine Probleme mit.

    Ich habe schon so viel über Meditation gelesen, steige aber immernoch nicht ganz dahinter. Daher zum Verständnis: ich setze mich also entspannt hin und konzentriere mich nur auf meinen Atem, für 5 (10, 20) Minuten? Das ist schon Mediation?
    Es klingt immer alles recht bedeutungsschwanger, sodass ich mir den angepriesenen Effekt aus nur „5 Minuten ruhig dasitzen“ schwer vorstellen kann. Es geht doch darum, sich zu entspannen, zur Ruhe zu kommen, sich selbst zu finden? Warum hat dann jeder auch „seine eigene Art der Mediation“?
    Ich würde es wirklich gern versuchen, finde aber leider keinen Zugang so richtig. 🙁

    Vielleicht kannst du mir weiterhelfen. 🙂

    Liebe Grüße!

  • Madhavi Guemoes
    17. Oktober 2014 at 12:40

    Das ist das Problem, dass wir aus Meditation so ein Riesending machen. Setze dich hin, lausche deinem Atem, lasse ihn gleichmäßig werden. Beobachte deine Gedanken, ohne einzugreifen. Nimm es als eine Pause, damit du deine Batterie wieder aufladen kannst. Fange mit fünf Minuten an und steigere nach Befinden auf 10-15 und später auf 20 Minuten. Eine Meditationspraxis entsteht über Stetigkeit. Also bleib dran, am Anfang ist das gar nicht so leicht. Aber glaube mir, es lohnt sich. Sitzen. Still sein. Atmen.

  • Sandra
    17. Oktober 2014 at 16:38

    Ja, die Erwartung ist einfach sehr groß, vermutlich ist auch das ein Teil des Problems.
    Ich werde es einfach weiter versuchen. Danke dir! 🙂

  • Silvia
    18. Oktober 2014 at 7:47

    So gut geschrieben , ein Anstoß weiterzumachen – keine Erwartungshaltung 😉
    Herzlichen Dank für die erfrischenden Beiträge

  • Madhavi Guemoes
    18. Oktober 2014 at 13:27

    Haha, Danke!

  • Madhavi Guemoes
    18. Oktober 2014 at 13:27

    Danke, Silvia!

Leave a Reply