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Klarheit – immer wieder mein Ziel

10. Oktober 2013

Klarheit

Ich habe die letzten zwei Tage wieder ausgemistet. Es ist ganz einfach: habe ich meines Erachtens zu viele Dinge, sei es im Kleiderschrank, im Kühlschrank oder im Keller, muß ich schnurstracks zur Tat schreiten. Das passiert häufiger im Jahr. War mir auch ganz recht, denn somit war ich wirklich so gut wie gar nicht im Internet, was für meinen Geist sehr erholsam war. Ausmisten und Platz schaffen, sei es räumlich oder geistig, was natürlich auch räumlich ist, gibt mir die Möglichkeit, wieder Neues in mein Leben einzuladen. Neue Ideen, neue Gedanken, manchmal auch neue Freunde.

Regelmäßig im Freundeskreis auszumisten, rate ich sehr. Ich verschwende meine Zeit niemals mit Menschen, bei denen ich mich nicht pudelwohl fühle. Das bringt das Alter wohl so mit sich. Mittlerweile merke ich sofort, wer mir gut tut. Ich weiß genau, was für Freundschaften ich möchte. Genauso, wie ich weiß, daß verdammte Ordnung und Sauberkeit in meinen vier Wänden, mir Ruhe und Klarheit bringt.

Somit habe ich mich erst einmal von allen bunten Hosen verabschiedet. Time is over. Ich möchte keine bunte Yogahose mehr tragen. Warum? Weil ich mich satt gesehen habe. Meine Augen brauchen eine Pause. Genauso bei bunten Jeans. Oder bunte Nike Air Sneakers. Ich will das nicht mehr. Ständig muß man schauen, was –  wie –  wozu passt. Zeitverschwendung. In meinem Schrank gibt es nur noch folgende Farben: Schwarz, weiß und grau. Klingt einfältig, ist es aber nicht. Ich kann anziehen was ich will, es geht immer. Einfachheit und Schlichtheit sind liebende Geschwister. Will ich doch mal bunt, hänge ich mir einen meiner tollen Lala Berlin Schals um meinen wohlgeformten Hals (das hat doch tatsächlich mal einer zu mir gesagt), das reicht.

Ich habe zum Beispiel seit Jahren ein total tolles Stella McCartney Shirt in meinem Schrank hängen, das mich beinahe finanziell ruiniert hätte, ich trage es aber nie. Ich war mutig und habe es in meine Flohmarktbox gelegt. Weg mit den Dingen, die ich nicht trage. Sie stehlen Raum. Egal wie teuer oder wertvoll etwas ist, habe ich kein Nutzen an der Sache, muß es verschwinden.  Ich bin kein Sammler. Ich brauche Freiheit. Mein Schrank ist nun leer. Ich trage seit Wochen nur zwei Jeans. Eine ist grau, die andere ist schwarz. Dazu kombiniere ich obenrum halt immer neu. Aber da es sich farblich eh in Grenzen hält, ist es so viel leichter. Als Ex-Grufti gefällt mir schwarz sehr, es hat etwas Beschützendes.

Es hilft nicht, sich an materielle Dinge zu klammern. Ich war immer der Meinung, daß ich mit 24 sterben werde. Deshalb habe ich immer so wenig wie möglich besessen, weil ich nicht wollte, daß Menschen nach meinem Ableben, meinen Müll beiseite schaffen müssen. Wir kommen allein, wir gehen allein. Wir können nichts mitnehmen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Einfachheit gibt dem Menschen Raum, kreativ zu sein. Haben wir zu viel, sind wir meist verhaftet und können uns nicht weiterentwickeln.

Nehmen wir doch mal das Internet, zuviel Informationen machen mich überdrüssig. Ich kann nichts mehr aufnehmen, bin vollgefressen, brauche eine Pause. Das heißt nicht, daß ich es nicht liebe. Aber auch hier. Immer wieder ausmisten. Facebookfreunde entfernen, die „Gefällt mir“ Liste ausdünnen, Newsletter abbestellen und wichtig: Zeit einteilen, die man im Internet verbringt. Klare Linie schaffen, sonst kann man sich dort leicht verlieren und das Leben findet ohne einen statt. Immer schön das Ziel im Auge behalten: Klarheit. Ordnung. Leichtigkeit. Morgen ist Wochenende. Vielleicht für dich ein  Zeitpunkt, etwas zu verabschieden?  Das Leben ist kurz und geistiger Raum der Himmel.

  • Imke
    10. Oktober 2013 at 14:21

    Ich beneide dich für deine Klarheit und dass du weißt, was du willst.
    Damit tue ich mich nach wie vor schwer.
    Ich habe meinen Kleiderschrank voll mit Klamotten und trotzdem jeden Mogen das Problem: Was ziehe ich bloß an?!
    Allerdings könnte ich mich nicht wirklich nur auf schwarz, weiß und grau reduzieren, so einfach das klingt.
    Das waren nie meine Farben, obwohl ich die natürlich zum Kombinieren auch habe.
    Ich versuche zwar auch wenigstens 1x im Jahr meinen Schrank auszumisten, aber dann mag ich die Sachen nicht einfach in den Altkleidersack tun, sondern denke, die kann ich noch verkaufen. Dazu komme ich dann leider nie und so sammeln sich Berge von ausgemisteten Klamotten…argh!
    Same mit Gedöns… 🙁

    Im virtuellen Leben fällt mir das komischerweise viel einfacher. Freundesliste, Newsletter, „Gefällt mir’s“, da wird regelmäßig ausgemistet…und weg!

    Schöne Grüße und Danke mal wieder für deine Inspiration!
    Imke

  • Schwarzdorn
    10. Oktober 2013 at 14:54

    Ich warte sehnsüchtig auf meinen Umzug.Ein Zimmer mehr und in allen Räumen nur noch so wenig wie nötig.Am meisten freue ich mich auf meine reduzierte Küche: schlicht,keine überflüssigen Gadgets und alles offen.Und vorher wird ausgemistet.Ich liebe es,ganz ehrlich.

  • healingyoga
    10. Oktober 2013 at 13:35

    Aaah Madhavi, das spricht mir genau und gerade jetzt aus dem Herzen, jede Zeile! Ausmisten ist bei mir auch mal wieder angesagt. Schwarz lieb ich sowieso, auch wenn ich kein Ex Grufti bin 😉 Und ein ähnliches Theme wie deines, hab ich für meinen Blog ausprobiert.. lustig..muss aber nochmal weiter schauen.. ! Hab einen schönen Tag mit viel Leichtigkeit! ❤

  • Kaerlighed
    10. Oktober 2013 at 13:48

    Vielen Dank, Sandra!

  • Suse
    10. Oktober 2013 at 16:11

    Schreibst mir aus dem Herzen ; ) Ausmisten ist regelmäßig wie eine Rundumerneuerung!
    Danke!

  • Kaerlighed
    10. Oktober 2013 at 14:23

    Du Liebe, danke für Deine Worte.

  • Kaerlighed
    10. Oktober 2013 at 14:55

    Das kann ich sooo vestehen!!!

  • konsumrebellin
    10. Oktober 2013 at 16:04

    Du sprichst mir absolut aus dem Herzen 🙂 Nachdem ich mich während meiner Shoppingdiät mit Ausmisten echt schwer getan habe, ist es defintiv mal wieder an der Zeit.

    Natürlich gibt es auch bei mir immer wieder Dinge, bei denen ich Ausmist-Hemmungen habe, weil sie mal sehr teuer waren oder ich denke, dass ich sie irgendwann vermissen könnte. Aber Tatsache ist: Nichts von dem, was ich bereits verkauft oder weggegeben habe, habe ich jemals wieder vermisst.

    Aber es geht mir nicht nur ums Ausmisten, auch ums nicht-wieder-Verlaufen. Ich habe zum Beispiel für diesen Winter auch nur Sachen in Schwarz, Weiß und Grau gekauft, die perfekt zu meiner auch eher schwarzlastigen Garderobe bzw. Schuhfundus passen. Farbe addiere ich auch über Accessoires, wenn ich es nicht sowieso ganz puristisch mag.

    Und was mache ich nun? Mir gerade überlegen, ob ich zu den grauen/weißen Sachen nicht noch Schuhe etc. in taupe kaufen sollte – für einen leichteren, nicht-schwarzen Look. Das ist ziemlich dämlich und dein Post kam grad zur rechten Zeit … 😉

  • Amala Krähenfeder
    10. Oktober 2013 at 18:45

    ich brauche das auch regelmäßig, das ausmisten und loslassen. inzwischen häufe ich materiell erst gar nicht mehr soviel an, weil ich z.b. weiß, daß ich eine „kahle“ wand ansprechender finde als eine mit bild und daß es mich kirre machen würde, mir über klamottenkombis gedanken zu machen (ja, hallöchen, noch eine ex-grufti hier, die heute noch am liebsten schwarz trägt). und was zwischenmenschliche beziehungen angeht….ich weiß, es klingt schlimm oder bemitleidenswert (was es nicht ist): ich habe keine freunde. ich habe sehr gute, enge bekannte, aber mehr nicht. ich glaube, mehr wäre mir letztlich nur wieder zuviel. ich bin eine insel. mit fährverkehr.

  • Kaerlighed
    10. Oktober 2013 at 16:57

    Haha, vielen Dank für Deinen Kommentar, das mit den Schuhen hätte auch von mir kommen können. 🙂 xxx

  • Kaerlighed
    10. Oktober 2013 at 16:57

    Ich danke Dir!!!!

  • zitronentarte
    10. Oktober 2013 at 17:09

    Nachdem ich diese Woche bei einem (katastrophalen) Umzug half nahm ich mir auch vor demnächst auszumisten. Das staeht auf jeden Fall an!
    Und es tut ja auch gut, es befreit und macht den Kopf klar.
    Du hast es schon hinter Dir, ich wünsche Dir ein aufgeräumtes entspanntes Wochenende! 🙂

  • Frau Süd (@FrauSued)
    10. Oktober 2013 at 20:22

    Liebe Madhavi!

    Du hast eine so extrem tolle Art Wissen und Weisheit in Worte zu fassen, dass ich regelmässig beeindruckt bin. Im grossen wie im kleinen inspirierst, bestätigst und erfreust Du mich so oft mit dem was und vor allem wie Du es schreibst, dass ich Dir von Herzen dafür danken möchte!

    Ich bin zur Zeit auch in einer ganz extremen Ausmistphase, mich belastet es regelrecht wie viel sich in den letzten Jahren hier angehäuft hat (und das obwohl ich ein extrem penibler Mensch bin. Ich brauche dringend ein sehr grosses Mass an Ordnung um mich und ertrage Unordnung nicht, ich kann dann nicht richtig denken!) und ich bedauere nicht mehr Zeit dafür zu haben, viel schneller Tabularasa zu machen. So muss ich mich zusätzlich auch noch in Geduld üben (nicht meine Stärke!) aber immerhin: ich mache jetzt konsequent Raum für Raum und das ist so wohltuend Balast abzuwerfen und sich aufs wesentliche zu fokussieren (und zugegebenermassen auch neues einziehen zu lassen, dass das alte ersetzt). Und weisst Du was witzig ist: jahrelange musste es bei mir farbenfroh sein und jetzt sehne ich mich nach schwarz-weiss und ersetze nach und nach das bunte durch das klare.

    Herzliche Grüsse von
    Kristin

  • Kaerlighed
    10. Oktober 2013 at 23:29

    Danke!!!

  • Kaerlighed
    10. Oktober 2013 at 23:30

    Du Liebe! Eine tolle Insel 🙂 xxx

  • Kaerlighed
    10. Oktober 2013 at 23:32

    Liebe Kristin, danke für Deine lieben Worte! Ich habe mich sehr gefreut. Erfreuen wir uns an unseren neuen“Farben“ xxx

  • mondschattin
    11. Oktober 2013 at 15:31

    Liebe Madhavi,
    zwar bin ich wahrlich kein Ordnungsmensch, aber gern einer mit „Wenig“. Schwierig isses nur, wenn das meiste in der Wohnung gar nicht mir, sondern meinem Mann gehört, der sich nur schwerlich von Sachen trennen kann. Manchmal macht mir das echt zu schaffen und ich fühle mich dann nicht auf Augenhöhe, weil ja die Sachen, die in unserer Wohnung sind, nicht zu mir gehören und damit eine unangenehme Dominanz entsteht. Naja. Was soll man machen. Vielleicht hilft ja Vorleben ( :
    Dir einen tollen Start ins Wochenende!
    Maria

  • Kaerlighed
    11. Oktober 2013 at 15:32

    Haha, das kenne ich gut. Liebst, Madhavi

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