Mind Seelenfutter

Soulspiration // Keiner muss dich mögen!

29. April 2015
Madhavi Guemoes

Wenn mich früher jemand offensichtlich nicht leiden konnte, habe ich auf Teufel komm raus versucht, diese Person vom Gegenteil zu überzeugen. Das war nervenaufreibend und ging natürlich voll in die Hose.

Heute ist es zum Glück ein wenig anders. Es hat viele Jahre gebraucht, um zu verstehen, dass Mitmenschen einen nicht unbedingt ins Herz schließen, schätzen oder gar lieben. Was für eine Erwartungshaltung!

Menschen kommen, Menschen gehen. Dazwischen sind ein paar, die können einen gut riechen, andere zeigen die kalte Schulter. So ist das Leben. Kein Mensch ist dazu da, unsere Wunden zu heilen, uns zu ermuntern, oder unser Köpfchen zu streicheln. Trotzdem verlangen wir danach.

Manche machen ja auch fein mit, begleiten und bestätigen uns in unserem Tun. Was für ein Glück. Nur darf man sich davon nicht abhängig machen.

Wenn wir immer darauf bauen, dass uns jemand zeigt, dass es brauchbar und großartig ist, was wir fabrizieren oder wie wir sind, kann das bitter enden. Wir achten auf jede Kleinigkeit, wollen alles richtig machen und wenn das Zeichen von außen nicht kommt oder stimmig ist, wird unser Herz ganz schwer und wir fühlen uns minderwertig.

Hoffen wir darauf, angenommen und akzeptiert zu werden, legen wir unsere wunderschöne Freiheit in die Hände anderer. Wie Marionetten. Tragisch!

Hier sind drei Punkte, die mir helfen, mich nicht von außen manipulieren oder schwächen zu lassen:

Stehe immer zu dem, was du tust

Egal, was andere davon halten! Stehe immer hinter deinen Taten. Oder: Mache nichts, zu dem du nicht stehst. Ich wäge immer ab. Was ist meine Intention, warum mache ich etwas? Jeder hat eine andere Meinung, höre sie dir gern an, aber prüfe genau. Wenn du voll hinter deiner Sache stehst, strahlst du gleich eine andere Botschaft aus, als wenn du unsicher auf deinem Stuhl hin und her wippst.

Bleibe dir treu

Gib dir wieder mehr Wert, nimm dich so wie du bist, mit all deinen Ecken und Kanten. Bleibe stets bei dir. Wenn wir zu viel nach außen schauen, prüfen, wie andere auf uns und unsere Arbeit reagieren, verlieren wir ganz schnell diese Verbindung zu unserer Mitte. Jeder Mensch hat ein anderes Dharma, einen anderen Lebensweg.

Gib anderen nicht so viel Gewicht

Kennst du das? Du betrittst einen Raum und alle sind total freundlich zu dir, nur eine Person gibt dir zu verstehen, dass du hier nicht erwünscht bist? Oder du unterrichtest eine Yogastunde, hast 20 zauberhafte Schüler und leider ein Miststück dazwischen, dass die ganze Zeit ein langes Gesicht zieht und schlechte Stimmung verbreitet? Das kommt immer wieder vor. Für mich sind solche Situationen eine Möglichkeit zu lernen, in meiner Mitte zu bleiben und das Gewicht auf das Positive zu legen. Klappt meistens, aber natürlich nicht immer.

Je mehr du versuchst, es allen recht zu machen, geliebt und akzeptiert zu werden, desto mehr verlierst du dich. Keiner muss dich mögen. Viele können das auch gar nicht, der Grund dafür ist total egal. Nimm es nicht persönlich. Wichtig ist, dass du dich selbst schätzt, dein eigener Freund und Weggefährte bist. Traue dir und deiner inneren Stimme viel mehr zu! Dann klappt das auch mit den anderen!

#staytrue

Madhavi

© Maria Schiffer

 

Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 28 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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  • Frau Koriander
    29. April 2015 at 13:31

    Auch wenn ich nicht muss: Ich mag dich und deine Art zu schreiben. Merci…

  • Madhavi Guemoes
    29. April 2015 at 13:33

    Du Schatz, Du!!!

  • Silke
    29. April 2015 at 14:09

    Danke, liebe Madhavi! An vielen Tagen geht das wunderbar und an manchen kehrt das altbekannte Muster zurück. Und irgendwann kommt die Zeit, in der die „unabhängigen Tage“ überwiegen.
    Das mit den Yogastunden kommt mir auch sehr bekannt vor. Eine wunderbare Übung, in so einer Situation bei mir zu bleiben 🙂

  • Valerie
    29. April 2015 at 18:19

    Das kommt genau zur richtigen Zeit… Danke 🙂

  • Olga
    6. Mai 2015 at 18:58

    Danke für die guten Gedanken!

  • Madhavi Guemoes
    6. Mai 2015 at 19:00

    Danke Dir fürs Lesen!!!

  • Sascha Planert
    12. Mai 2015 at 18:00

    Das sind ein paar wahre Zeilen. Ich finde auch, dass wir uns viel zu häufig für andere Menschen mit ihren Ideen und Absichten verbiegen. Ich z.B. lasse mich gerne für große Ideen begeistern, die im Nachhinein nicht funktionieren und im Endeffekt nichts mit mir zu tun haben.

    Man sollte eigenen Gedanken folgen, denn letztendlich ist es unser Leben. Jeder ist so wieso mit einer anderen Entwicklungsstufe unterwegs und muss dementsprechend wachsen. In diesem Bereich hilft mir Meditation zur Verbesserung meiner Intuition sehr gut. Insgesamt sollte meiner Meinung nach eine Stärkung des Inneren erfolgen, damit das Äußere den eigenen Geist nicht mehr so schnell verwirrt.

  • Monika
    12. Mai 2015 at 23:16

    Danke für Deinen Beitrag. Genau das ist gerade mein Thema. Bei mir bleiben, meinen Ideen
    und meiner Intuition folgen und mir öfter mal selber sagen, dass ich genau richtig bin, wie ich bin!!!

  • Katharina
    19. Mai 2015 at 9:37

    Touché! Ich druck’s mir aus und hänge es an die Tür 🙂 So wahr. Herzlichen Dank für diesen
    Kopf-hoch-Rücken-gerade-lächeln-Sonne-scheint-drinnen Text, liebe Madhavi

  • bevblank
    6. Juli 2015 at 8:28

    Der Artikel trifft mich heute direkt ins Herz! Ich kann sagen, ich habe wenig Probleme mit meinen Mitmenschen und würde mich als „beliebt“ bezeichnen. Die Person aber, die mir in meinem Umfeld reserviert entgegentritt, trifft mich jedes Mal ins Herz. Und immer wieder überlege ich, was ich tun kann, um ihre Meinung zu ändern. Ich frage mich, was muss ich tun, damit sie mich mag? Und rein theoretisch, wenn ich mich neben diese Situation stelle, weiß ich, dass es Quatsch ist. Dass mich nicht jeder mögen KANN. Dass es mich nichts angeht, was diese Person über mich denkt. Dennoch: es piekt. Immer wieder. Danke für diese klugen, wahren Gedanken zu dem Thema.
    LG

  • Madhavi Guemoes
    6. Juli 2015 at 8:34

    Oh ja, es piekt. Aber ich habe herausgefunden, wenn man energetisch loslässt, hört es auf und die Personen kommen dann manchmal sogar auf einen zu. Danke für dein schönes Feedback. Einen schönen Start in die Woche für Dich!

  • bevblank
    7. Juli 2015 at 10:11

    Danke, dir auch – du sagst es treffend, „energetisch loslassen“. Es gibt Momente, da weiß ich genau, wie so etwas geht. Und dann wieder: Pffffff – stehe ich auf dem Schlauch und denke: WIE HABE ICH DAS NOCH MAL GEMACHT???
    Dann fühle ich diese Energie einfach nicht, die es braucht, um loslassen zu können.
    Ach ja, das Leben ist eines der härtesten. 😉

  • Nadine M. El Ishmawi
    17. Oktober 2015 at 9:56

    Liebe madhavi! einfach toll wie Du es immer wieder schaffst Themen anzusprechen, die wir (oder die meisten von uns 😉 am liebsten wegschieben. dank dir dafür ! Nadine

  • Madhavi Guemoes
    18. Oktober 2015 at 17:52

    Danke, liebe Nadine <3

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