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„Don´t waste a breath on explaining yourself.“ Ein Wochenende mit Kathryn Budig

30. Juni 2014
Kathryn Budig

Ich sitze in der Bahn auf dem Rückweg nach Hamburg und mein körperliches Befinden lässt erahnen, dass ich nächste Woche einen wetternden Muskelkater haben werde. Woher? Ich war das ganze Wochenende nach langer Zeit mal wieder auf einem Yoga Workshop in Berlin. Bei der amerikanischen Yogalehrerin Kathryn Budig. Die Betonung liegt auf „nach langer Zeit“. Denn eigentlich sitze ich nur noch an meinem Rechner und schreibe. Und das könnte ich auch Tag und Nacht so weitermachen, wenn mein Rücken nur nicht immer so elendig klagen würde.

Gut, die tägliche Yogapraxis ist vorhanden, doch mal so ganz unter uns: Ich schludere da zu Hause ganz schön herum. Die Yogastellungen, die mir nicht passen lasse ich aus und mache es mir momentan eher sehr gemütlich auf meiner Yogamatte. Das Resultat bekam ich am Wochenende arg zu spüren.

Kathryn Budig

So ein Yoga Workshop hat es in sich. Vor allem, wenn man sich für fast alle Yoga-Einheiten anmeldet. Am Freitagabend ging es gleich los mit Hamstrings. Meine beiden entzückenden Yoga-Mitstreiterinnen Sarah und Kathrin und ich waren uns einig: Wir wissen ganz genau was Hamstrings sind, und wo sie sich befinden. Doch wie zum Teufel war noch mal die deutsche Übersetzung?

Stop feeding your negative patterns. Kathryn Budig

Wir dehnten unsere Oberschenkelmuskeln heiter bis hin ins Verderben. Kathryn Budig – eine kleine, fröhliche und kompakte Person, (die ich gern Sequence-Queen nenne – sie hat Yoga-Sequenzen drauf, davon träumt jeder Yogalehrer) spornte uns mit ihrem wirklich klugen Humor an, sodass die Zeit im Nu verflog. (was uns nicht daran hinderte ständig laut aufzustöhnen.) Nach den 2,5 Stunden waren meine Beine nicht nur einen halben Meter länger, ich war auch noch richtig glücklich.

Kathryn Budig

Kai Hill und Jelena Lieberberg

Am nächsten Morgen schwänzte ich, da Yoga für den Bauch überhaupt nichts für mich ist. Nicht, dass ich es nicht nötig hätte, im Gegenteil –  ich hasse es nur wie die Pest.

Nachmittags ging es weiter mit Armbalancen. Als ich meine Yogamatte betrat, merkte ich erst, was für ein Leid in meinen Oberschenkel herrscht. Aua. Es gab kein Om, keine Meditation, es war eine reine physische und recht sportliche Praxis. Es wurde viel gelacht, auf den Händen gestanden und Kathryn hatte uns alle an ihren Lippen kleben – wie lustig sie doch ist. Ich dachte nur: „Meine Güte, ich bin wirklich aus der Übung.“ Ich sehnte mich nach Stille und weniger Rumgehüpfe.

Für alle die nur bis Samstag da waren: Ihr habt den besten Part, nämlich die letzte Yogaklasse, verpasst. Ungelogen.

Kathryn Budig

„I love to eat. I love to have this wonderful experience of different food.“ Kathryn Budig

Kathryn Budig

Es gab tatsächlich noch etwas für den Geist. In der letzten Yogaklasse #Aimtrue am Sonntagmorgen erzählte uns Kathryn Budig, die so herrlich gut in Futter ist, was für einen Kampf sie mit ihrem Körper ausgestanden hat. Sie erzählte von L.A, vom Körperkult, und wie sie lernen musste, sich so zu lieben, wie sie ist. Als sie fast anfing zu weinen, hatte sie uns alle in der Tasche. Es gab noch viele kluge Geschichten über Furchtlosigkeit, Authentizität und Liebe. Wirklich inspirierend. Authentisch, lustig, mutig, inspirierend – alles Attribute, die wirklich auf Kathryn Budig zutreffen. Nächstes Jahr bin ich sicher wieder dabei.

Kathryn Budig

Kathryn Budig mit Tina Lobe und Kai Hill von yogatribe

 

Hier ein paar lebensrettende 🙂 Sätze, die ich von der wunderbaren Kathryn Budig aufgeschnappt habe:

 

Make choices on yourself.

Why do you want something? Figure out.

I am in charge of my own happiness.

If you speak poorly about yourself, you allow other people to do that about you, too.

It does´t matter what others think of you.

Don´t show insecurity.

Don´t waste a breath on explaining yourself.

Don´t try to be someone else.

Key to success? Be yourself.

Do you want to be a good teacher or a popular? If you are good, you become popular. You are good by speaking your truth.

The heart can not be broken.

Fear prevents us from loving.

What are you waiting for? Whatever it is – start now!

Don´t compare yourself to others. It makes you small.

As you get popular as more people will hate you, because people like when you stay in a box.

When you choose fear you are not choosing love.

Don´t hold yourself back in fear of the unknown.

Danach gab ein wohlverdientes Eis und ein Treffen mit meiner lieben Freundin Helen/Yogibar.

Kathryn Budig

 

Kathryn Budig

 

www.kathrynbudig.com

Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 28 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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  • Kathrin
    30. Juni 2014 at 19:22

    Danke für’s teilhaben lassen!!! Auch wenn ich völlig unyogisch noch immer total neidisch bin 😉 Wunderbar zu sehen, dass Frau auch mit ein paar Kilos mehr so bekannt und beliebt ist. Schön!

  • Jasmin
    2. Juli 2014 at 9:47

    Liebe Madhavi,

    vielen Dank, besonders auch für die Sätze von Kathryn, die mich wieder erinnern, Mut machen und inspirieren.
    Was mir auffällt und weh tut ist, dass wir hier bei einer völlig „normal“, gesund und wunderbar weiblich aussehenden Frau von „die herrlich gut im Futter ist “ reden und im ersten Kommentar von: „ein paar Kilos mehr“.
    HEY- was ist los!? Warum wird gerade hier, auf Deiner Seite, ganz subtil, dieses völlig verschobene Frauenbild gefördert!?
    JA, sie ist weder unterernährt noch waaahnsinnig „Yogini-sehnig“ – so what!??
    Ich finde diese kleinen, aber feinen Bemerkungen am Rande gefährlich und finde wir sollten alle- mich eingeschlossen- viel bewusster damit umgehen!
    Wenn ein Umdenken statt finden kann, auch für unsere Kinder, dann nur durch UNS!

    Ich hoffe sehr, Du kannst nachempfinden was ich meine!?

    Alles Liebe,
    Jasmin*

  • Madhavi Guemoes
    2. Juli 2014 at 11:19

    Liebe Jasmin, ich habe das geschrieben, gerade weil Kathryn das immer über sich selbst gesagt hat! Ich finde es super, wenn Frauen eine normale Figur haben und das Frauenbild mal wieder gerade rücken! Aber du musst auch zugeben, dass es in der Yoga-Szene halt nicht die Norm ist, dass ein Yoga-Star aus L.A halt nicht dürr daherkommt. Deshalb freuen wir uns. Kathryn macht das alles selbst genauso zum Thema. Ich hoffe, du weißt, was ich dir sagen möchte.

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