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5 Tipps, wie du als Yogalehrer fokussiert und stressfrei arbeitest

12. Februar 2016
Buddha Pants

Vor ein paar Monaten nahm mich eine junge Yogalehrerin zur Seite und beichtete mir, wie kräftezehrend sie ihren Job als Yogalehrerin erlebt. Ich war total erstaunt, fand nun die Summe der Yogastunden, die sie unterrichtet,  nicht übertrieben. Ich hakte neugierig nach. Dabei kamen interessante Ergebnisse heraus.

Ich bemerke  häufig, wie Yogalehrer, vor allem taufrische, sich viel zu sehr verfransen. Ich habe ja schon vor längerer Zeit einen Artikel über Yogalehrer-Burnout geschrieben und möchte diesen noch um ein paar Gedanken ergänzen.

Klar, von Yogalehrern wird mittlerweile eine Menge verlangt. Yogalehrer sollten Anatomie-Kenntnisse eines Chiropraktikers besitzen, ständig spritzig, strahlend und inspirierend auftreten, mindestens drei Semester Sanskrit studiert haben, ach ja, und natürlich Social-Media Cracks sein. Denn wer sich nicht gut verkauft, tja, der hat es nicht leicht. Das kann auf Dauer sehr sehr strapaziös sein.

Hier sind fünf Punkte, damit du weiterhin und längerfristig Freude am Unterrichten findest.

1. Geh in die Tiefe

Kennst du diese Yogalehrer, die feste Yogaklassen annehmen und drei Wochen später wieder kündigen, weil ihnen alles zu viel wird? Die, die sich ständig vertreten lassen? Sie jetten von einer Yogastunde zur nächsten, hier ein Video-Dreh, da ein Retreat, Workshop oder Yoga-Shooting. Dabei verzetteln sie sich wahnsinnig und schlittern immer kurz am Burnout vorbei. Natürlich gibt es auch Yogalehrer, die das spielerischer wuppen. Aber das ist doch eher die Ausnahme. Mein Rat: Gehe lieber in die Tiefe. Du musst nicht halbgar auf allen Hochzeiten tanzen. Was kannst du besonders gut? Workshops? Retreats? Personal Trainings? Teacher Trainings? Nimm dir einen Punkt, der dich wahnsinnig interessiert und baue diesen richtig schön aus. Anstatt in die Weite zu gehen, tauche tiefer in die Essenz. Vergiss höher, schneller, weiter. Gilt übrigens auch für deine Yogapraxis.

2. Lass Perfektion fallen

Läufst du von einem Yoga-Workshop zum nächsten, in der Hoffnung, die magische Formel für deinen Yoga-Unterricht zu finden? Höre auf damit! Ich sage ja nicht, dass du dich nicht weiterbilden sollst. Doch es braucht Zeit, um Gelerntes zu verdauen. Wenn du unterrichtest, bleibe mit deiner inneren Führung verbunden und werde nicht zu akribisch. Perfektion kann die Freude am Yoga kräftig verderben. Perfektion ist für Langweiler.

3. Fokussiere

Schaue dir deine Yogastunden an. Ist es leicht von A nach B zu gelangen? Oder musst du immer quer durch die Stadt? Versuche deine Zeiten so zu legen, dass alles gut zu erreichen ist,  und du nicht abgehetzt zum Unterricht kommst.  Gerade auch bei Personal Training. Fahre nicht endlos von Kunde zu Kunde. Miete einen günstigen Raum an. Lass die Schüler zu dir kommen.

4. Vergleiche dich nicht

Deine Kollegin postet stolz auf Facebook zum hundertsten Mal ein Foto von ihrer komplett überfüllten Yogaklasse? Die nächste Yogini klebt auf dem Cover vom Yoga Journal? Völlig schnuppe. Ich kann dir nur dazu raten, solche Dinge zu ignorieren, wenn du dich nicht daran erfreuen kannst. Schmeisse alles Überflüssige raus, dazu gehören auch Leute, die ein schlechtes Gefühl in dir erzeugen. Bleibe bei dir und vertraue auf deine Kraft.

5. Lass deine Schüler ziehen

Ich kannte mal eine Yogalehrerin, die immer weinte, wenn eine Schülerin von ihr zu einer anderen Yogalehrerin in den Unterricht ging. Sie war davon total persönlich getroffen. Wie nervenaufreibend. Lass deine Schüler in alle Richtungen ziehen, sie gehören dir nicht. Im Gegenteil. Ermuntere sie, anderen Unterricht zu besuchen. Du wirst dich so viel freier fühlen, wenn du nicht versuchst, an deinen Schülern wie Patex zu kleben. Trust me.

Natürlich gibt es gerade in Großstädten Yogalehrer wie Sand am Meer. Aber oft fehlt es an Tiefe und Fokus. Versuche das zu kultivieren.

xx Madhavi

©Christina Lobe

Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 28 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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  • Sandra Cyliax-Baumann
    12. Februar 2016 at 12:08

    Wie wahr…Danke für diese tollen Zeilen…Tiefe ist wahrhaftig für mich die Erfüllung…sonnige Grüße
    Sandra

  • Stefan
    12. Februar 2016 at 12:32

    Lieben Dank für diesen so wichtigen Beitrag! Es ist so wichtig sich selbst immer wieder an die von Dir angesprochene Tiefe zu erinnern – und nicht von den Äußerlichkeiten ablenken zu lassen. Sonst verlieren wir was, worum es beim Yoga geht und wovon wir uns ursprünglich mal angezogen fühlten. Schließlich wollen wir unsere Schüler ja auch Ihrer Essenz näher bringen.

    Und: „Perfektion ist für Langweiler“ – ich liebe diesen Satz!

  • Claudia
    12. Februar 2016 at 12:38

    DAAAAAAANKE! ♥♥♥

  • CW
    12. Februar 2016 at 12:50

    Ich würde mich über einen Artikel zu Punkt 4 freuen – Achillesferse!

  • Anke
    12. Februar 2016 at 13:25

    i like a lot!!

  • Madhavi Guemoes
    12. Februar 2016 at 14:09

    Hi Claudia, schau mal, da habe ich vor längerer Zeit mal drüber geschrieben: https://www.highvibetribe.de/warum-vergleichen-eine-boese-falle-ist/
    Grüße,

    Madhavi

  • Svenja
    12. Februar 2016 at 14:53

    Ach du sprichst mir aus dem Herzen- bei den Pilates Lehrern sieht es nicht anders aus. Ich muss mich auch immer wieder „einfangen“ um mich nicht in den „Weiten des Vergleichens“ zu verlieren….?

  • Kai Hill
    12. Februar 2016 at 19:24

    schöner Beitrag. Danke Madhavi. Kann ich nur bestätigen. meditiere und finde deinen authentischen unabhängigen Weg. Kai

  • Madhavi Guemoes
    12. Februar 2016 at 19:39

    🙂

  • Madhavi Guemoes
    12. Februar 2016 at 19:40

    Danke, Kai!

  • Madhavi Guemoes
    12. Februar 2016 at 19:40

    Wahrscheinlich gilt das für alle Bereiche, in denen man arbeitet…ist ja auch menschlich.

  • Madhavi Guemoes
    12. Februar 2016 at 19:41

    Danke fürs Lesen!

  • Madhavi Guemoes
    12. Februar 2016 at 19:41

    Das freut mich!

  • Madhavi Guemoes
    12. Februar 2016 at 19:42

    Danke, Sandra, bis hoffentlich bald mal wieder.

  • katrin . hejyoga
    12. Februar 2016 at 21:37

    Find ich sehr richtig und gut – Tiefe und Authentizität, ja!

  • sarah2501
    13. Februar 2016 at 8:43

    Das sind wirklich gute Tipps!
    Ich bin gerade selbst in meiner Yogalehrerausbildung und neige selbst zum überhäufen: was könnt ich alles machen, wie steche ich aus anderen Lehrern hervor, was könnte ich machen, was es nicht schon so in meiner Umgebung gibt und und und.. Da fühl ich mich jetzt schon sehr gestresst von, obwohl ich noch nicht mal richtig angefangen hab! Das ist für mich wohl der größte Punkt, an dem ich arbeiten muss bzw. bei dem mir Yoga helfen kann und ich aber auch verinnerlichen muss, dass es ok ist, nicht so viele Schritte nach vorn machen zu müssen.
    Schließlich will man als Yogalehrer dies anderen vermitteln – das geht jedoch nur, wenn man es selbst leben kann.

  • Madhavi Guemoes
    13. Februar 2016 at 12:12

    Liebe Sarah, danke für Deine ehrlichen Worte. Ich wünsche Dir einen guten Start!

  • Marianne Kieffer
    23. Februar 2016 at 23:33

    Wie, Yoga verursacht Stress? Das ist ein völliger Widerspruch! Muss das mit der Kommerzialisierung sein? Muss man stressenden Kunden zu gefallen suchen, nur wegen Geld? Da geht man doch lieber zum Sozialamt oder auf die Straße betteln!

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